Diskrepanzen bei Schätzungen zum Schwarzmarktanteil im deutschen Online-Glücksspiel
Geschrieben von Otto Richter · 22.6.2026

Diskrepanzen bei Schätzungen zum Schwarzmarktanteil im deutschen Online-Glücksspiel

Der 2024er Tätigkeitsbericht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beziffert den Anteil des illegalen Online-Glücksspiels auf rund 25 Prozent, während unabhängige Analysen einen Anteil von über 50 Prozent ermitteln und dabei besonders auf die Nutzung unlizenzierter Plattformen durch hochintensive und hochstark spielende Personen hinweisen.
Grundlagen des Tätigkeitsberichts 2024
Die Behörde stützt ihre Einschätzung auf überwachte Aktivitäten und Lizenzvergaben seit Einführung des neuen Regelwerks, wobei Daten zu Nutzerzahlen, Umsätzen und gemeldeten Verstößen einbezogen werden; Beobachter verweisen darauf, dass diese Methode vor allem den sichtbaren Markt erfasst und weniger auf verdeckte Transaktionen oder Offshore-Angebote eingeht.
Zahlen aus dem Bericht zeigen, dass regulierte Anbieter einen beträchtlichen Teil des Marktes abdecken, doch unabhängige Untersuchungen ergänzen diese mit Methoden wie Web-Traffic-Analysen und Zahlungsströmen, die einen deutlich höheren Schwarzmarktanteil aufdecken.
Abweichende Ergebnisse unabhängiger Untersuchungen
Externe Studien und Marktdatenanalysen kommen zu dem Schluss, dass mehr als die Hälfte aller Online-Glücksspielaktivitäten über nicht lizenzierte Plattformen laufen; diese Diskrepanz entsteht unter anderem dadurch, dass hochintensive Spieler und Personen mit hohen Einsätzen verstärkt auf Angebote ohne deutsche Lizenz ausweichen, wo höhere Limits und weniger Restriktionen gelten.
Was hier ins Gewicht fällt, sind die unterschiedlichen Erhebungsmethoden: Während die Behörde auf offizielle Meldungen und Lizenzdaten setzt, greifen unabhängige Analysen auf breitere Datenquellen zurück, die auch grenzüberschreitende Aktivitäten und alternative Zahlungswege einbeziehen.
Einfluss der Regulierungen seit 2021
Die 2021 eingeführten Vorschriften mit Einsatzobergrenzen und Werbebeschränkungen haben den legalen Markt geformt, gleichzeitig aber Anreize geschaffen, auf nicht regulierte Plattformen auszuweichen; Daten deuten darauf hin, dass ein Teil der Spieler diese Limits umgeht, indem er Anbieter nutzt, die solche Beschränkungen nicht anwenden.

Beobachter berichten von Verschiebungen bei den Nutzergruppen, bei denen Personen mit intensiver Spielweise häufiger Offshore-Plattformen wählen; diese Entwicklung hat die Behörde veranlasst, den bestehenden Rahmen zu überprüfen, um eine bessere Kanalisierung der Aktivitäten in den regulierten Bereich zu erreichen.
Überprüfung des regulatorischen Rahmens
Als Reaktion auf die abweichenden Schätzungen prüft die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder Anpassungen, die sowohl den Spielerschutz stärken als auch den legalen Markt attraktiver gestalten sollen; dabei fließen Erkenntnisse aus dem 2024er Bericht und externen Analysen ein, um Maßnahmen wie angepasste Limitregelungen oder erweiterte Lizenzbedingungen zu bewerten.
Statistiken aus verschiedenen Quellen belegen, dass der Anteil illegaler Aktivitäten bei bestimmten Spielformen und Nutzersegmenten besonders hoch ausfällt, was die Notwendigkeit einer gezielten Überarbeitung unterstreicht.
Fazit
Die Gegenüberstellung der offiziellen 25-Prozent-Schätzung mit unabhängigen Werten von über 50 Prozent verdeutlicht die Herausforderungen bei der Erfassung des gesamten Marktes, während die Prüfung des Regelwerks aus 2021 darauf abzielt, künftige Verschiebungen in den regulierten Bereich zu lenken.